
Ursprünglich bedeutet "Wabi": sich elend,
einsam und verloren fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der
Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit "Sabi":
alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die
eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit. Nicht die offenkundige
Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht
der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes.
Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer,
der leicht berostete Teekessel. Es geht um die Erhabenheit und Stille,
die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit,
die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren.
In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.
Eine Wabi-Sabi-Qualität von Objekten besteht in
Präsenz und stiller Autorität ohne Züge von Überheblichkeit.
Wabi-Sabi-Objekte tangieren oft die Vergänglichkeit und die Einsamkeit
des Seins. Hierin spiegelt sich ihre innere Verwandtschaft zum ZEN wieder.
Wabi-Sabi lädt dazu ein, kleine Dinge neu zu entdecken und die Harmonie des Unscheinbaren in der Natur zu empfinden. Es ist gegenwartsorientiert, uneindeutig und vertraut mit bestehenden Widersprüchlichkeiten. Nicht-Perfektion nimmt eine neue Bedeutung an und wird Grundlage eines Ideals von individuellen Lösungen und organischen Formen.
Wabi-Sabi lädt dazu ein, kleine Dinge neu zu entdecken und die Harmonie des Unscheinbaren in der Natur zu empfinden. Es ist gegenwartsorientiert, uneindeutig und vertraut mit bestehenden Widersprüchlichkeiten. Nicht-Perfektion nimmt eine neue Bedeutung an und wird Grundlage eines Ideals von individuellen Lösungen und organischen Formen.
