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Jüngste Erkenntnisse aus der Sozialepidemiologie und Arbeitsmedizin (Holick et al. 1998, 2001) belegen, dass verschiedene Befindlichkeitsstörungen und Krankheitsentitäten tatsächlich durch mangelnde Tageslichtexposition begünstigt werden. Dazu gehören beispielsweise die saisonale Depression, die Menschen in Mitteleuropa vorzugsweise im Winter erleiden (SAD - seasonal affectivedisorder), aber auch Störungen des natürlichen Biorhythmus durch Schichtarbeit oder auch durch den Jet-Lag können nachteilige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Auch für das in der modernen Arbeitswelt zunehmendhäufiger anzutreffende so genannte "Sick-building-Syndrom" werde nun günstige Beleuchtungsverhältnisse mit verantwortlich gemacht. (Flackenbach A. 1998, Rosen, C.J.2001, Wilson N. 2002, Magnusson A. 2003, Goel N. et al. 2003).
Wie essentiell wichtig die ausreichende natürliche und künstliche Beleuchtung für den neuzeitlichen Menschen tatsächlich ist, zeigen auch wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse aus der klinischen Lichtforschung, die belegen, dass nicht nur Herz - Kreislauf-Parameter, vegetative Funktionen, Hautkrankheiten und der Knochenstoffwechsel, sondern insbesondere auch mentale und psychische Befindlichkeiten durch eine suffiziente Lichtexposition positiv beeinflusst werden können. An diesen Erkenntnissen wird und muss sich eine moderne Raum- und Lichtplanung orientieren müssen, um zeitgemäß und erfolgreich sein zu können (Krause et al. 2001, Hönigsmann H. 2001, Hastings M.H. 2001).
Vor allem muss auch die Einflussnahme der Farben auf die körperliche und psychische Befindlichkeit stärkere Beachtung finden. Farbwissenschaftler weisen bereits seit längerer Zeit auf diese Erkenntnisse hin, ohne dass diese in architektonischen und ergonomischen Konzepten eine ausreichende Berücksichtigung finden. Beispielsweise konnte nach gewiesen werden, dass eine Betonung der roten Spektralbereiche am Arbeitsplatz zu einer Erhöhung der Herz und Atemfrequenz führt und eine Hervorhebung des kurzwelligen, blauen Anteils die gegenteilige Wirkung hervorruft. Medizinische Erkenntnisse aus den Bereichen Endokrinologie und Ophtalmologie belegen physiologische Auswirkungen farbpsychologischer Phänomene. Ein neu entdeckter Netzhaut-Rezeptor für die Farbe Blau triggert die Melatoninausschüttung in der Zirbeldrüse und induziert damit einen sedieren den Effekt auf den Menschen (Brainard G.C. et al.2001, Pache M. et al 2001).

Text: Dr. Michael Essers

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© Thomas Braedikow 2007