
Bei der Gestaltung von Grundstücken und Gärten stützen wir uns vorwiegend auf die Erkenntnisse der Formschule – der frühesten Schule des Feng Shui – teilweise ergänzt durch die Methoden der Kompassschule und der Analytischen Schule.
Die bergigen Regionen Südchinas boten durch ihren Formenreichtum das ideale Gebiet für die Entwicklung der so genannten Formschule. Über die Beobachtung der Landschafts- und Flussformen kamen die alten Feng-Shui-Meister zu einer sehr differenzierten Bewertung der einzelnen Formen hinsichtlich ihrer positiven und negativen Wirkkräfte und Wirkung auf den Menschen. Das Zusammenwirken von Bergformen und Flussläufen bestimmte den besten Ort für eine menschliche Siedlung. Dieser günstige Ort wurde auch Xue genannt.
Bekannt für seine grundlegenden Werke zur Formschule, so u.a. Klassiker über die Kunst, den Drachen zu wecken, Lehre von der Annäherung von Drachen, Geheime Bedeutung des Universums und Methode der Zwölf-Sprossen-Linie, ist der kaiserliche Feng-Shui-Meister Yang Yun-sung. Er lebte von 840 - 888 nach unserer Zeitrechnung. Die Formschule wurde zu seiner Zeit Xingshi (Gestaltung und Formen) genannt, heute ist sie unter dem Begriff Luangtou (Berggipfel) bekannt.
Da die Konstellationen der Formschule recht vielfältig sind und ihre Regeln nicht allein mechanisch zu lernen sind, erfolgt die Bewertung oft auch gefühlsmäßig oder intuitiv.
Bereichert wird die Gartengestaltung durch die Ästhetik japanischer ZEN-Gärten und den Erkenntnissen des japanischen Fusui.
